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Kiewer Höhlenkloster - Petscherska Lawra
Das großartige und beeindruckende Kiewer Höhlenkloster stand von Anfang an auf meinem Ausflugsprogramm. Denn dieses besondere Kloster, das zu den fünf heiligsten Klöster der russisch-orthodoxen Kirche gehört, ist ein Muss für jeden Kiewbesucher. Zu beachten ist, dass eine angemessene Kleidung hier ganz besonders wichtig ist. Lange Hosen (für Damen noch besser ist ein langer Rock) und für Frauen ein Tuch als Kopfbedeckung ist, aus Respekt dem orthodoxen Glauben gegenüber, Pflicht. An diesem sonnigen Tag habe ich mir vorgenommen mit der Kiewer Metro bis zur Station „Dnjepr“ zu fahren. Die meisten Metrostationen sind in Kiew übrigens sehr schön und prunkvoll gestaltet. Der Fußmarsch von der Metrostation zu den Klöstern war zwar nicht weit, aber denn noch anstrengend. Der ständige Aufstieg ließ mich unwillkürlich an den Jakobsweg in Spanien denken… Petscherska Lawra
Petscherska Lawra im Winter
So in Gedanken, sah ich bereits aus der Ferne das Glitzern der Kiewer Kirchentürme und war von dem Glanz begeistert. Der Eintritt durch das südliche Tor war kostenlos. So legte ich mein Kopftuch um und ging voller Erwartung auf das Gelände des einmaligen Klosters. Direkt am Eingang beidseitig waren die Antonij- und Feodossij- Brunnen. Der Kiewer Legende nach müssen die Klostergründer die Brunnen selbst gegraben haben. Der schön angelegte Berghang lud mich zum Verweilen ein, aber ich war voller Erwartung, deshalb genoss ich beim Vorbeigehen die Schönheit der gepflegten Pflanzen und ging weiter. Die Petscherska Lawra die 1051 von den zwei Mönchen Antonios und Theodosios gegründet wurde, ist ein historisches Denkmal und war in Kiew über mehrere Jahrhunderte das geistliche Zentrum der Orthodoxie.
Von hier aus verbreitete das Christentum über ganz Russland. Seinen Namen hat das Kloster von den ausgedehnten Höhlen, in denen die asketischen Mönche lebten. Neben der Sophienkathedrale ist dieses Klosterkomplex mit über 70 Gebäuden iseit 1990 als Weltkulturgut der UNESCO geschützt. Die Kloster-Gebäude stammen alle aus unterschiedlichen Epochen und sind in einem großen Zeitraum vom 11. bis zum 19. Jahrhundert entstanden. In dieser langen Geschichte von Kiew wurde das Höhlenkloster oft geplündert, zerstört und auch in Brand gesteckt. Die Lawra ist die älteste , größte und wichtigste Klosteranlage in Kiew sogar landesweit und zieht bis heute Mönche und Pilger an. Die durch Galerien verbundenen Obere und Untere Lawra erstrecken sich auf 28 Hektar und sind von hohen Mauern umgeben. Klostergebäude
Bild2
Sechs der ursprünglich acht Wehrtürme sind als Teil der alten Festung erhalten geblieben. In einigen der wunderschönen Kirchen, auch in den unterirdischen Höhlenkirchen finden auch Gottesdienste statt. Ich muss an dieser Stelle zugeben - in dieser Heiligen Stätte ist die geistliche Ausstrahlungskraft überall zu spühren. Man ist richtig beseelt und von schlechter Stimmung wie befreit. Ich muss zugegen, mir liegt es fern Sie ausführlich mit der, unbestritten, sehr interessanten, jahrhundertlangen Geschichte des Klosters zu beschäftigen. Denn, wenn es an dieser Stelle sicher auch angebracht wäre, erzähle ich Ihnen lieber was zu den gegenwärtigen Geschehnissen. Was für dieses Kloster aber einzigartig war, es erfüllte auch weltliche, kulturelle und wissenschaftliche Aufgaben. Im Kloster arbeiteten und lebten bedeutende Künstler, Wissenschaftler und Architekten.
Es gab im Gegensatz zu anderen byzantinischen Klöstern ein Obdachlosenheim, Schulen und ein Krankenhaus. Heute leben fast 100 Mönche im Kloster. Täglich um 5 Uhr morgens halten sie in den sechs Höhlenkirchen Gottesdienste ab. Das dichte Netz der Höhlen, das eigentliche Herz des Klosters, befindet sich in der Unteren Lawra. Für den Besucher sind die Nahen und die Fernen Höhlen geöffnet. Mit der Gründung des unterirdischen Höhlensystems sind viele Legenden verbunden. Fest steht, dass die Höhlen zu Meditationszwecken dienten. Als man in Kiew 1062 auch Kirchen bauen durfte, dienten die Höhlen als Begräbnisstätte . Bis heute rätseln die Wissenschaftler darüber – knapp über 100 der über tausend bestatteten Mönche sind hier mumifiziert ohne, dass man sie einbalsamiert hatte. Bild2
Gottesdienst
Den Raumbedingungen in den Höhlen kann man das Wunder aber nicht zuschreiben, denn hier ist die Luft feucht und ganzjährig 10-12 ° C warm. Die Mumien werden besonders verehrt, weil man davon ausgeht, dass diese Mönche besonders fromm sein mussten. Der Besuch der Höhlen ist absolut empfehlenswert. Bei mir hat die mystische mit Weihrauch gesättigte Atmosphäre der dunklen, schmalen Gänge tiefe Eindrücke hinterlassen. Kaufen auch Sie sich am Höhleneingang eine Kerze. So können Sie die Stufen, die bis 20 Meter in die Tiefe führen, gut beleuchten. In den Höhlen sind Mönche aber auch viele berühmte Persönlichkeiten bestattet. Die gläsernen Särge stehen in den Nischen und werden mit spärlichem Flackern der Kerzen beleuchtet.
In den Nahen Höhlen ist auch der berühmte Mönch und Chronist Nestor bestattet. Er schrieb im 12. Jarhundert die berühmte Chronik über die Kiewer Rus. Wir verdanken ihm, dass diese bewegte Zeit bis heute nicht vergessen ist. Aus Respekt darf man hier nicht fotografieren und laut reden. Trotz der zahlreichen Verästelung kann man sich i den Höhlen nicht verirren. Folgen auch Sie einfach den Besuchern. In der Unteren Lawra befinden sich Wirtschaftsgebäude, eine Akademie sowie vier weitere Kirchen. Die Obere Lawra, bedingt durch die Hügellandschaft aber auch großzügigen Grünflächen ist besonders reizvoll. Hier befindet sich der beeindruckende, über 96 Meter große Glockenturm, der bis heute der größte nicht nur in Kiew, sondern auch in der gesamten Ukraine und Russland ist. Innere
Innere
Wenn man den Treppenaufgang bis zur 3. oder 4. Etage hochsteigt, hat man einen herrlichen Ausblick auf die Umgebung. Die zweistöckigen, weiß angestrichene langgezogene Gebäude dienen den knapp 100 Mönchen als Wohnhäuser. Überhaupt ist das obere Höhlenkloster mehr renoviert und zeichnet sich aus, durch besonders prächtige Kirchen. Neben weiteren vier beeindruckenden Kirchen ist die Hauptkirche, Maria-Himmels- fahrtkathedrale (Uspenski-Kathedrale) besonders erwähnenswert. Nach Abschluss der Rekonstruktionsarbeiten 2001 erstrahlt erstrahlt die Kathedrale in ihrem ursprünglichen Antlitz. Die beeindruckende Architektur mit den sieben goldenen Kuppeln und der rundum wunderschön verzierte Stuck sind wahrlich ein traumhafter Anblick.
Vielleicht haben auch Sie das Glück und es findet in einer der zahlreichen Kirchen Kiews ein orthodoxer Gottesdienst statt. Denn, so eine weihrauchgeschwängerte religiöse Zeremonie lässt wahrscheinlich selbst einen Atheisten nicht unberührt. In der Oberen Lawra befinden sich ein Ausstellungssaal, ein Cafe und auch zahlreiche Museen. Wohl das originellste in ganz Kiew ist das Mikrominiaturmuseum, das neben sich dem Großen Turm befindet. Gottesdienst
Kerzen
Hier kann man unter dem Mikroskop das kleinste Buch der Welt bewundern, sowie das kleinste Schachspiel und Portraits von Namenhaften Personen wie Lenin. Sie sehen - in diesem beeindruckendem Klosterkomplex gibt es viele Schätze zu entdecken. Aus diesem Grund sollte man mindestens einen halben Tag für das Kiewer Höhlenkloster einplanen.

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